Von Insekten, Spatzen und wenigen Äpfeln

200 Kilo Äpfel, 40 Liter Apfelsaft: Das war 2016 die Ausbeute unserer Apfel­­ernte im Lohsepark. Dass das Ergebnis in diesem Jahr be­scheidener ausfallen würde, war nach dem späten Frost zu erwarten gewesen. Trotzdem hatten wir Freunde des Lohse­parks die Nachbarn eingeladen, beim „Herbstrauschen-Fest“ die letzten Äpfel zu ernten, zu spielen, Apfel­kuchen und Waffeln zu essen und weiter am Insekten­hotel für die Wildnis zu bauen. Doch als an diesem Oktober­sonntag die Kinder dann ernten wollten, pflückten sie von den mehr als 30 Obst­bäumen nur noch genau 28 kleine Äpfel. Spaß hat ihnen zum Glück auch das gemacht.

Der Ernteausfall ärgerlich, weil er eben nicht nur Ergebnis ungünstiger Witterung war. Sondern weil im Sommer die noch un­reifen Äpfel mut­willig von den Bäumen ge­schüttelt worden waren. Auch in der ein­gezäunten Wildnis, die nicht betreten werden darf, waren Äpfel ge­pflückt, in mit­gebrachten Kisten verstaut und abtrans­portiert worden, wie Anwohner in den Wochen zuvor beobachtet hatten.

Weil der Wach­dienst die Toiletten am Spielplatz, wo es Steck­dosen gibt, nicht auf­geschlossen hatte und der Strom vom Kaffee­wagen nicht für die Bohr­maschinen reichte, gab es bei unserem kleinen Nachbar­schafts­fest eben mehr Zeit fürs Spielen, Feiern, Reden, Kennen­lernen. Zum ersten Mal dabei waren nämlich auch einige Nach­barn aus der Bau­genossen­schaft Hamburger Wohnen, die erst im September in den Neubau an der Kobestraße / Shanghaiallee ein­gezogen sind.

Irgendwann an diesem sonnigen Nachmittag wurden die Toiletten doch noch auf­geschlossen, und dann konnten Kinder und Erwachsene in den nächsten Eichen­pfahl Dutzende Löcher bohren, in die im kommenden Jahr Insekten einziehen sollen. Am Ende des Fests haben wir noch eine Futter­station für Spatzen aufgehängt: am Park­eingang, gegen­über vom Café Torrefaktum. Wir wollen die Tiere durch den Winter bringen und auch im Frühjahr, wenn ge­brütet wird, weiter füttern. Denn was am Kaiser­kai gelungen ist, soll auch im Lohse­park klappen: dass eine Sperlings­kolonie hier heimisch wird.

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