Aufräumaktion im Lohsepark

Zartweiß sah der Lohsepark aus, als wir unsere Aufräumaktion begonnen haben, und später am Nachmittag war er dick weiß gepudert. Echtes Winterwetter also am Tag unseres Frühjahrsputzes. Aber trotz Kälte und Schnee liefen Kinder und Erwachsene mit Tüten durch den Park und sammelten unverdrossen Müll auf. Zum Glück kamen keine Müllberge zusammen, der Park wird von den HafenCity Hamburg und von fürsorglichen Quartiersbewohnern gut betreut.

Mit einer Ausnahme: Auf den Spielplätzen – und hier vor allem in der Höhle des großen Spielplatzes – entdeckten die Sammler ausgesprochen intime Dinge, die dort rein gar nichts zu suchen haben und auch potentiell gefährlich sind für Kinder. Warum nehmen diese Leute ihre Utensilien nach dem Gebrauch nicht einfach wieder mit!?


Wir haben auch die Nisthilfen kontrolliert, die wir im vergangenen Jahr aufgehängt haben. Was wir sahen, war sehr erfreulich: In manchen Kästen hatten tatsächlich tierische Nachbarn genistet und hoffentlich auch erfolgreich für Nachwuchs gesorgt. Die Kästen haben wir gereinigt für die nächsten Vogelfamilien.

Außerdem haben wir die beiden großen Starenkästen aufgehängt, für die sich eine nette Spenderin gefunden hatte – vielen Dank! Jetzt hoffen wir, dass wir auch den Vogel des Jahres 2018 als neuen Bewohner der HafenCity begrüßen können.

Und natürlich füttern wir weiterhin die Vögel im Park, auch mit unserem handgeknödelten Fettfutter.

Meisenknödeln handgemacht

Meisenknödel kaufen kann jeder. Und sowieso sollte man gar keine Meisenknödel in Netzen an die Bäume hängen: erstens, weil sich die Meisen darin verfangen können, und zweitens, weil dann ewig diese hässlichen leeren Plastiknetze an den Ästen baumeln.

Deshalb haben wir bei einer Mühle in Süddeutschland hochwertiges Körnerfutter bestellt – vor allem mit Sonnenblumenkernen – und in den Gemeinschaftsraum der Baugemeinschaft Dock 71 eingeladen: um Fettfutter für die Vögel im Park selbst herzustellen. Was, zur Freude der vielen Kinder, eine ziemlich klebrige und glitschige Angelegenheit war. Erst wurde der Rindertalg geschmolzen, dann etwas Sonnenblumenöl und das Körnerfutter hinzugefügt. Als die Masse, dank des kalten Wetters an diesem sonnigen Sonntagvormittag, recht schnell fest geworden war, da füllten die Kinder sie in Plätzchenförmchen und steckten ein Stöckchen in die Mitte, um ein Loch für die Kordel freizuhalten. Die Kordel, die später durchgezogen wurde, war selbstverständlich aus Hanf, nicht aus Plastik. Oder sie formten Knödel und arbeiten die Hanfkordeln direkt ein

Die Vögel im Park kennen unsere Futterstelle am Parkeingang gegenüber der Yokohamastraße schon.Jeden Tag flattern dort Meisen und Spatzen herum, und die Amseln picken auf, was heruntergefallen ist. Bald nachdem die Kinder dort das erste selbstgemachte Körnerherzchen aufgehängt hatten, kam eine Kohlmeise und ließ es sich schmecken. Für die Menschen gab es auch eine Stärkung: Kartoffelsuppe, Franzbrötchen und Apfelpunsch. Auch selbstgemacht, natürlich.

Nachbarschaftsfest

16. Juli – Nachbarschaftsfest zum einjährigen Jubiläum des Lohseparks
Den Pavillon hatte Pastor Frank Engelbrecht von St. Katharinen am Morgen spontan zur Verfügung gestellt, als klar war, dass es leider regnen würde an diesem Sonntagnachmittag. Und weil dann um 14 Uhr wirklich die Schauer über den Lohsepark fegten und die Wiese plitschnass war, wurde das Nachbarschaftsfest auf die Bastion verlegt. Eingeladen zu dem Fest hatten die Freunde des Lohseparks und das Netzwerk HafenCity, mit dem das einjährige Jubiläum des Lohseparks gefeiert wurde.

 

Viele Vereine und Initiativen aus der Zentralen HafenCity waren dem Aufruf zum gemeinsamen Fest gefolgt. Das Ökumenische Forum spendete Getränke, die Freunde des Lohseparks lieferten Apfel- und Butterkuchen, und viele Nachbarn brachten selbstgebackenen Kuchen mit. Das Café Torrefaktum bot alle Heißgetränke zum halben Preis an. Der Hamburger Boule-Club führte auf der Bastion in das Boule-Spiel ein, die jungen SchauspielerInnen und die HipHop-TänzerInnen des Vereins Lukulule führten vor, was sie in ihren Kursen eingeübt hatten. Und die Flüchtlingshilfe HafenCity hatte im Gemeinschaftsraum von Dock 71 Basteln für Kinder vorbereitet.

Die Freunde des Lohseparks hatten eine Bohrmaschine und Stahlbohrer mitgebracht. Denn an diesem Nachmittag begann die Aktion „Insektenhotels für die Wildnis“. Die HafenCity GmbH hatte sieben massive, jeweils drei Meter lange Eichenpfähle zur Verfügung gestellt, in die reihenweise Löcher unterschiedlicher Größe gebohrt werden sollen. Fachlich beraten hatte die Insektengruppe des Nabu. Hunderte von Löchern sollen es einmal werden, während des Fests wurden immerhin anderthalb Pfähle geschafft. Bei den nächsten Aktionen der Freunde des Lohseparks soll es mit der Arbeit weitergehen.

Mehr als hundert Nachbarn feierten gemeinsam an diesem Sonntagnachmittag Mitte Juli, darunter auch einige künftige, die in den Baakenhafen ziehen werden. Viele Bewohner der Wohnunterkunft Kirchenpauerstraße waren mit ihren Kindern gekommen. Sie hatten, wie auch viele andere Festbesucher, Essen fürs Büffet mitgebracht. Eigentlich sollte auf der Bastion gespeist werden, aber um 18 Uhr kam der nächste Regenguss. Also zog das Fest ganz in den Gemeinschaftsraum von Dock 71 um, nur draußen wurden Würstchen und Fleisch gegrillt.

Und weil dann doch endlich die Sonne rauskam, gingen die letzten Gäste um 22 Uhr nach Hause.

Nistkästen

10. April – Nistkästen im Lohsepark aufhängen.

Wir haben etwa ein Dutzend Nistkästen aufgehängt. Etwas spät in diesem Jahr, aber der nächste Frühling kommt bestimmt.